Obwohl sie als zweite Stimme neben Stephen Mc- Bean eine exponierte Rolle innehat, vermittelt Amber Webber bei Black Mountain eine gewisse Rampen-Scheu: Bei Live-Konzerten wirkt sie oft ein wenig verloren. Bei ihrem Projekt Lightning Dust, das sie zusammen mit dem multiinstrumental begabten BM-Drummer Joshua Wells betreibt, gibt sie als Sängerin und Songschreiberin eine souveräne und in jeder Hinsicht überzeugende Frontfigur. Auf zwei feinen Alben haben Lightning Dust mit Webbers melancholisch-sehnsuchtsvoller Stimme als zentralem Anziehungspunkt den metallischen, psychedelischen Space Rock ihrer Stamm-Band auf eine weitgehend akustische Ebene transformiert.

Bei diesem seinem dritten Longplayer vollzieht das Duo aus Vancouver mit Samples, Früh-80er-New-Wave-Synthis und Disco-Rhythmen eine überraschende Wende. Bei "In The City Tonight" schlägt sich ein gemächlicher, entfernt an Everything But The Girl erinnernder Maschinen-Beat mit einem Cello, bei "Agatha" schwingt sich die Sängerin zu operettenhaftem Pathos empor. Im wunderschönen "Moon" schließlich begeben sich Lightning Dust doch noch einmal ins Fahrwasser ihrer früheren Platten. Keine perfekte, aber eine großartige Platte.

Lightning Dust: Fantasy. (Jagjaguwar)