Ein gutes Album gewährt immer auch Einblicke in eine Welt, die der Künstler dem Hörer öffnet. Grant Hart weiß das - und kennt den Heilfaktor des Musizierens. "Songs zu schreiben ist einerseits eine handwerkliche Fertigkeit, andererseits eine Form der Selbsttherapie", konstatiert er anlässlich seines aktuellen Solo-Albums. Als singender Schlagzeuger wurde der Mann einst mit Hüsker Dü bekannt, deren eingängigere Songs auf ihn zurückgehen. Nach ersten Solo-Versuchen und Alben mit Nova Mob wurde es in den Nullerjahren allerdings ruhig um ihn. Erst 2009 erschien ein weiteres Solo-Album ("Hot Wax"). "The Argument" ist nun das Opus Magnum geworden.

Die Songs beziehen sich auf John Miltons episches Gedicht "Paradise Lost" ebenso wie auf die Bearbeitung durch William S. Burroughs, mit dem Hart bis zu dessen Tod befreundet war. Wir hören dramatische, atmosphärische und erhabene Songs über den Sündenfall der Menschen und den Höllensturz der Engel. Ein warmherziges Alterswerk, weise und schön.

Grant Hart: The Argument. (Domino Records/Goodtogo)