Akustische Instrumente, Hippie-Vollbärte und offen zur Schau getragene Gefühligkeit - das letzte Jahrzehnt bescherte der Musikwelt eine Flut an Bands und Interpreten, die sich im Anti- oder Freak-Folk versuchten. Mit seinem Projekt Volcano Choir agiert der umtriebige Bon-Iver-Mastermind Justin Vernon musikalisch druckvoller und textlich dem Leben zugewandter als bei seiner Stammunternehmung - und wagt verstärkt auch Ausflüge in elektronische Gefilde. So bleiben bei dieser Zusammenarbeit mit der Postrock-Band Collections of Colonies of Bees das Pathos und die Dringlichkeit der Songs zwar erhalten, ohne aber Fadesse zu verströmen. "Repave" ist kein Soundtrack für den Waldschrat, sondern melodieseliger, dezent experimenteller und fast immer atmosphärisch-dichter Indie-Pop. Geboten werden keine mit Falsett-Stimme vorgetragenen Klagelieder, sondern mitunter euphorische und lebensbejahende Songs - vom schlagzeugbetonten Indie-Rocksong "Acetate" über das schwelgerische "Byegone" bis hin zum hymnischen "Comrade". "Almanac" klingt dann sogar wie das Resultat einer gelungenen Zusammenarbeit von Arcade Fire und TV On The Radio.

Volcano Choir: Repave. Jagjaguwar/Cargo)