(walk) Die Isländer haben Humor. Das bewies spätestens 2010 die Wahl von Komiker Jón Gnarr zum Bürgermeister von Reykjavík. Múm unterstreichen ihre Art des Frohsinns auf ihrem sechsten Album, dem ersten seit vier Jahren, mit nervösen Elektrozuckungen ("When Girls Collide"), die an die Spielautomatensounds der 1980er Jahre erinnern. Ob sich die rhythmische Reminiszenz dem Hörer eher als ein Lächeln oder als Wunde darbietet, ist indes nicht so leicht zu entscheiden.

Die beiden hinter Múm steckenden Soundtüftler Örvar þóreyjarson Smárason und Gunnar Örn Tynes jedenfalls weben auch auf "Smilewound" wieder verschachtelte Klangteppiche. Sie kokettieren einmal mit dem Dream Pop, einmal mit Discosound oder orientalischen Lauten, als wollte Múm im Grunde eine Pop-Band sein. Über der akustischen Unentschlossenheit wird eine weibliche Gesangsstimme anschmiegsam und hauchend patiniert. Als Bonus-Track befindet sich auf der CD überdies (und stilistisch passend) eine Zusammenarbeit mit Kylie Minogue höchstpersönlich. Aber wer weiß? Vielleicht ist all dies auch nur eine Form des isländischen Witzes.

Múm: Smilewound. (Morr Music/Indigo)