In einem der allerschönsten eines mit schönen Songs vollen Albums spürt ein Mann auf einem Spaziergang in einer Umgebung, in der er offensichtlich aufgewachsen ist, das Wesen der Vergänglichkeit und kann gleichzeitig nicht ganz von der Vergangenheit loslassen: "I can not come back to this neighborhood without feeling my own age / I walk past these houses where we once stood / I see past lives and somehow you’re still here."

Das Vertraute und die Entfremdung, das ist das Bezugsfeld, in dem sich Real State mit ihrem neuen Album "Atlas" bewegen. Auch musikalisch ist der Rahmen relativ strikt definiert: Wie auch auf dem selbstbetitelten Erstling oder "Days" von 2011 wird neben der sonoren Stimme Martin Courtneys dem Zauber zweier wohltemperierter Gitarren vertraut, die sich in die Dynamik der meist mittelschnellen Songs einfügen, sporadisch ausschwärmen und schnell wieder zusammenrücken. Schon ein Tempowechsel wirkt in diesem Rahmen spektakulär.

Am ehesten mit der verblichenen New Yorker Band Luna vergleichbar, zelebriert diese Platte edle Melancholie, die besser in den Herbst passen würde als zum Frühlingserwachen.

Real Estate: Atlas. (Domino Records/GoodToGo)