Los Angeles. Es sollte der große Abend der Beyoncé Knowles werden: Mit acht Nominierungen ging die Popkönigin am Sonntagabend in Inglewood bei Los Angeles als große Favoritin in die Verleihung der MTV Video Music Awards. Die wichtigen Preise räumten bei den MTV Video Awards andere ab - und trotzdem wurde die Texanerin die Gewinnerin des Abends.

Achtmal nominiert, konnte Beyoncé zwar nur drei Preise - für die beste Kollaboration ("Drunk In Love" mit Jay-Z), das beste Video mit einer sozialen Botschaft und die beste Kameraführung (beide Male "Pretty Hurts") - mit nach Hause nehmen. Aber sie beherrschte den Abend mit einer atemberaubenden Nummer zum Schluss der Show: "MTV, welcome to my world" sagte die 32-Jährige, ehe sie ein 15-minütiges, furioses Medley an Songs aus ihrem aktuellen, selbstbetitelten Album darbot.

Zuletzt kamen ihr Ehemann Jay-Z und die gemeinsame Tochter Blue Ivy, zweieinhalb Jahre alt, auf die Bühne, um ihr den Sonderpreis "Michael Jackson Video Vanguard Award" für ihr Lebenswerk zu überreichen. Beyoncé dankte es ihnen mit einer Liebeserklärung, die auch die seit längerem kursierenden Trennungsgerüchte vertreiben dürfte.

Den wichtigsten Preis des Abends in Form einer silbernen Astronautenfigur musste Beyoncé dann aber einer anderen überlassen: Das "Video des Jahres" hat Skandalsängerin Miley Cyrus mit "Wrecking Ball" gemacht. Das Video, fast auf den Tag genau ein Jahr zuvor veröffentlicht, hatte für Aufsehen gesorgt, weil Cyrus darin nackt auf einer Abrissbirne sitzt. Auf der Bühne gab sich die 21-Jährige dieses Jahr jedenfalls erwachsener: Hatte ihre sexuell aufgeladene Darbietung bei der Verleihung 2013 für einen Skandal gesorgt, widmete sie ihren Preis heuer einem guten Zweck und überließ ihre Dankesrede dem 16-jährigen Jesse, der den Award "im Namen von 1,6 Millionen obdachlosen Jugendlichen" entgegen nahm.

In der Königskategorie machten die Frauen den Abend fast unter sich aus. Pharrell Williams war mit seinem Gute-Laune-Song "Happy" der einzige Mann unter den fünf Nominierten für den Hauptpreis. Katy Perry erhielt den Preis für das beste Video einer Sängerin für ihren Clip "Dark Horse"; Ed Sheeran das Gegenstück, den Preis für das beste Video eines Sängers ("Sing"). Für den Engländer war es, nach einer Nominierung im vergangenen Jahr, der erste MTV-Videopreis, für Perry der fünfte. Das beste Pop-Video steuerten Ariana Grande und Iggy Azaela mit "Problem" bei, in der Rock-Kategorie gewann Newcomerin Lorde mit "Royals", in der Rubrik Hip-Hop Drake und Majid Jordan mit "Hold On (We're Going Home)".