Wien. Der deutsche Sänger Xavier Naidoo erhält das "Goldene Brett vorm Kopf 2014". Nachdem er sich mehrfach für die Ideen der "Reichsbürgerbewegung" ausgesprochen habe, werde Naidoo "zur Einstiegsdroge in ein ganzes Geflecht an abstrusen Verschwörungstheorien" und "in Irrationalität", begründet die Gesellschaft für Kritisches Denken (GkD) die kürzlich in Wien vergebene "Auszeichnung".

Das "Goldene Brett fürs Lebenswerk" geht an den deutschen Kopp-Verlag und dessen Gründer Jochen Kopp. Dieser decke nach Ansicht der GkD "mit seiner Bücherpalette praktisch das gesamte Spektrum an wissenschaftlich höchst fragwürdigen Esoterik-Theorien ab, von freier Energie und dem Perpetuum Mobile bis zu Wunderheilungs-Ratgeberliteratur".

Ironischer Negativpreis
Bei der GkD handelt es sich um die Wiener Landesgruppe der Gesellschaft zur Wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), deren Mitglieder sich "Skeptiker" nennen. Sie vergeben seit 2011 den ironischen Negativpreis für den größten antiwissenschaftlichen Unfug des Jahres. Neben Naidoo hatten es auch Barbara Steffens (Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen mit Vorliebe für Alternativmedizin) und der Impfgegner-Verein "Netzwerk Impfentscheid" auf die diesjährige Shortlist geschafft.

Naidoo habe nicht nur mit seiner Nähe zur "Reichsbürgerbewegung", nach deren Ansicht es die Bundesrepublik Deutschland gar nicht gebe, sondern das Deutsche Reich weiter bestehe, auf sich aufmerksam gemacht, sondern auch mit Aussagen über die Terroranschläge in New York, Madrid und London. Damit habe sich der Sänger in die Gedankenwelt der sogenannten "Truther-Szene" begeben, die im Internet große Verbreitung finde, an Weltverschwörungen glaube und sich als äußerst resistent gegen rationale Gegenargumente erweise. "Xavier Naidoos große Popularität führt insbesondere junge Menschen in eine abstruse Gedankenwelt aus unhaltbaren Behauptungen, in denen Hass und Angst mehr zählen als Fakten", heißt es seitens der GkD.