Die eingangs zitierten Verse aus der Feder Theodor Fontanes fanden popkulturell selten so deutlich Widerhall wie 2006 bei Blumfeld: "Der Apfelmann in seinem Garten / hat keine Zeit sich auszuruh’n. / Er sieht die Apfelbäume warten / und weiß, es gibt noch viel zu tun." Bei Eva Jantschitsch alias Gustav wiederum schickt sich der städtische Moloch an, bald alles in Schutt und Asche zu legen, und die Folgen für uns sind ebenso eindeutig wie die Konsequenzen: "Die Seele brennt / genau wie all der Orte Straßen. / Es ist Zeit, diese Stadt zu verlassen." Zwischen den Salathäupteln wächst Unkraut. Und bitte, der Buchsbaum gehört auch wieder geschnitten!

Beach House: Walk In The Park. Parks sind eine tolle Erfindung. Sie verschönern die Städte, denen sie auch in Sachen Sauerstoffbildung aushelfen, und bieten Büromenschen in der Mittagspause eine willkommene optische Abwechslung zu Betonwand, Bildschirm und Espressomaschine - nicht zuletzt mit dem studentischen Jungvolk im Hintergrund, das sich, auf der Wiese lümmelnd, bereits dem Dosenbier widmet. Those were the days! Historisch darf man an Ursprünge der Gartenkunst in der Antike ebenso denken wie an das Prä-Schloss-Geprotze französischer Sonnenkönige oder die Ankunft des öffentlichen Gartens in den Niederungen des Volks im 18. Jahrhundert. In Amerika gibt es Parks, die sehr unnatürlich sind und in die der alte Walt Disney Kinder mit freilaufenden Mickey Mäusen zu locken gedenkt.

Udo Jürgens hatte eine Gaby im Park warten, um im gehobenen Schlagerfach über Seitensprünge zu reflektieren. Lou Reed erlebte seinen "Perfect Day" auf der Liegewiese (ohne Dosenbier, mit Sangria). Hinter dem "Parklife" von Blur mochte sich auch ein Sinnbild für das Lotterleben verstecken. In keinem Genre dürfte der Volksgarten aber besser aufgehoben sein als im Dream Pop, der Mußestunden quer durch die Jahreszeiten fokussiert und im Fall von Beach House zwar inhaltlich ohne Happy End daherkommt. Als im Sound mindestens angenehme Einladung zum Schwelgen in Gedanken wird der Seele hier aber hocherfolgreich geschmeichelt.