Obwohl es auch nicht viel anders klingt als bei Madonna oder Charli XCX, finde ich Marina And The Diamonds doch um so vieles besser und erfrischender als nahezu alles von den Genannten. So auch das neue, insgesamt dritte Album der griechischstämmigen Waliserin, "Froot", das mit seinen wie auf einem seidenen Glitzerfaden aufgefädelten Disco-Pop-Hits immens gute Laune verbreitet (vor allem in der ersten Hälfte). Wer nur eine der mit viel Stärke versehenen Saccharinbomben gustieren möchte, nehme "Can’t Pin Me Down". Bei wem auch dieser Song nicht als radikaler Stimmungsaufheller wirkt, der lasse lieber die Finger davon.

Nicht zu verwechseln ist diese Formation übrigens mit Marina & The Kats, dem rund um Sängerin Marina Zettl formierten österreichischen Trio, das Anfang Juni sein Debütalbum, "Small", herausbringen wird - und darauf mit einer schwungvollen Mischung aus allerlei nostalgischen Swingsounds gediegen zu unterhalten versteht.

Deutlich schärfer, fetziger und grooviger ist der Soul/Funk/ Blues der grandiosen Alabama Shakes aus - na, von wo wohl? - Alabama (Athens). Ihr zweites volles, soeben erschienenes Album, "Sound & Color", steht dem vielfach prämierten Debüt, "Boys & Girls" (2012), an Intensität und Wucht um nichts nach. Das beweist gleich eingangs der Titeltrack.

Eine hochtourige Refrain-Maschine - und darin keineswegs Minimalisten - sind Mini Mansions aus L.A., wie auch ihr zweites Album, "The Great Pretenders", zeigt. Gegründet von Queens-Of-The-Stone-Age-Bassisten Michael Shuman, klingen sie alles andere als wüsten-rockig. Stattdessen viel eher und im besten Sinne pop-theatralisch, mit Referenzen an Beatles, ELO, Scouting Girls bis zu einstigen wunderlichen Bands wie Was Not Was oder World Party. Höchst abwechslungsreich und überraschend. Mit dabei als Gastsänger ist neben Alex Turner (Arctic Monkeys) auf einer Nummer auch Brian Wilson.

Vom einstigen Ober-Beach-Boy gibt es ein neues Soloalbum, sein insgesamt elftes, "No Pier Pressure", worauf er mit allerlei Gästen (und seinem Stammproduzenten Joe Thomas) in mitunter symphonisch (zu) breit geratener Weise das tut, was er immer schon tat: Songs in prekärer Kitschnähe mehrstimmig zu fisteln. Gänsehaut - so oder so.

Um nichts weniger retro-selig ist natürlich auch Mark Knopfler auf "Tracker", einem auf den ersten (und bis zum letzten) Ton erkennbar an nichts anderem denn an Dire Straits orientierten Soloalbum. Mehr braucht’s aber auch nicht, um trotzdem gut zu sein. Zum Teil überraschend gut (wie etwa in dem blöd betitelten Song "Long Cool Girl").