Die Beatles, verjazzt - gibt’s eigentlich fast schon so lang wie die Originalsongs. Der Finne Iiro Rantala macht seine Sache dennoch bemerkenswert. Weder fahrstuhl-gefällig noch zerstörerisch, findet er am Soloklavier zu freien Nacherzählungen auf die Musik von John Lennon aus dessen Beatles- und Solojahren. Weitgehend unvirtuos, schmiegen sich diese Tribute teils nah an die Vorlage (lässig bluesig bei "Watching The Wheels"), wirken teils aber auch wie ferne Echos aus eigenständigen Schöpfersphären. Besonders gelungen ist dies bei "Oh My Love": Eine Rantala-Melodie baut sich da immer herrschaftlicher auf, bevor sie in ein Originalzitat mündet, so zart und bedeutungsgeladen wie ein zweizeiliges Gedicht. Nicht nur dies ist meisterhaft inszeniert: Die Klavierbegleitung zu "Imagine" erhält hier eine neue Bühne, indem sie sich so jäh wie unverfremdet in eine träumerische Klangfantasie mischt -und damit eine Ahnung jener utopischen Kraft vermittelt, die sie wohl vor 44 Jahren besaß.

Iiro Rantala

My Working Class Hero

(Act Music)