Als die Foals 2008 ihr Debütalbum "Antidotes" veröffentlichten, begeisterte ihre durchdachte Post- und Mathrock-Mischung mit einem dezent-kunststudentischen Ansatz. Frontmann und Sänger Yannis Philippakis, Gitarrist Jimmy Smith, Schlagzeuger Jack Bevan, Keyboarder Edwin Congreave und Bassist Walter Gervers überließen dabei nichts dem Zufall - und es wurde viel darüber gerätselt, wie kalkulierter Perfektionismus doch so verspielt, lässig und emotional klingen könne.

Sieben Jahre später sind aus den Fohlen Wildpferde geworden, und die Band schickt sich an, die Entwicklung von einer aufstrebenden Indierock-Kapelle zu einer Band von Stadionrock-Format abzuschließen. Der überwiegende Teil ihres vierten Albums lässt nicht den geringsten Zweifel am Vorhaben, mit großen Gesten und griffigen Melodien noch stärker in Richtung Pathos-Rock zu schielen. Das ist Musik vom Reißbrett und die Blaupausen dafür liefern Franz Ferdinand, die Editors, die Black Keys, Talking Heads, und ja, auch U2. "What Went Down" wurde in einem Gutshaus in der französischen Provence aufgenommen und Produzent James Ford hat dem Fünfer aus Oxford einen musikalischen Maßanzug zwischen eingängigen Hooks, knackigen Riffs, monotonen Bassläufen, dröhnenden Gitarren und einem wuchtigen Drumsound geschneidert.

Dazu tobt sich der ein wenig der Hysterie zugetane Sänger aus, dass es eine Freude ist. Die Leidenschaften zerren an ihm, doch mit aller Kraft singt er gegen sie an. Während Philippakis also für die großen Gesten zuständig ist, hat der Produzent den Rest mit wohlkalkuliertem Kalkül im Griff.

Alles an diesem Album klingt ausgeklügelt. Aber das Resultat lässt sich hören und beweist, dass der Zweck in diesem Fall die Mittel heiligt. "What Went Down" überzeugt mit Songs mit fiebrigem Drive und infektiösen Melodien und unterstreicht die virtuose Vielseitigkeit der Foals. Und wer Songs wie etwa "Snake Oil", "Birch Tree" oder "Night Swimmers" öfter gehört hat, wird dem "Ausverkauf!"-Ruf mancher Kritiker nur mehr wenig abgewinnen.

Foals: What Went Down. (Warner Music)