John Peel im BBC-Studio. - © Von Arno Matthias - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2104366
John Peel im BBC-Studio. - © Von Arno Matthias - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2104366

Am 25. Oktober 2004 starb John Peel. Seither erinnern am 14. Oktober, am Jahrestag seiner letzten ausgestrahlten Live-Radiosendung, Musikschaffende und Peel-Fans an den berühmtesten Radiomoderator, DJ und FC Liverpool- Anhänger.


John Robert Parker Ravenscroft, so John Peel mit bürgerlichem Namen, zählt zu den einflussreichsten Plattenauflegern und Radiomoderatoren weltweit. Seine Sendungen boten eine seltene Vielfalt, Peels Begeisterung für Musik war authentisch – was immer ihn faszinierte, was immer ihm auch gefiel, es fand den Weg in seine Sendungen.


Links
John Peel Record Archive

BBC: John Peel Tribute Site

Alphabetische Liste aller John Peel Sessions
wienerzeitung.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.

So lässt sich auch erklären, wie Country, Death-Metal, Punk, Hardcore, World Music, Hip Hop, Techno, New Wave, Reggae, Death Metal, Industrial und so weiter, wie alle möglichen Musikrichtungen in eine Sendung passten. Über 2.000 MusikerInnen haben seit Beginn von Peels Laufbahn bei BBC, wohin er nach seiner kurzen Tätigkeit als Radiomoderator beim Piratensender Radio London kam, rund 4.000 Sessions aufgenommen.



"Right Time, Right Place, Wrong Speed"

"Jemand hat letztes Jahr einen Anstecker herstellen lassen", schreibt John Peel in seinen 2006 erschienen ‚Memoiren des einflussreichsten DJs der Welt’. "Darauf war ein Bild von mir, und darunter stand: 'Right Time, Right Place, Wrong Speed'. Das hat mir gefallen. Da hat jemand den Geist der Sendung erfasst, zumindest so, wie ich ihn sehe". Legenden ranken sich um die Songs, die er rückwärts oder in der falschen Geschwindigkeit spielte, wie auch um das Ausmaß seiner Plattensammlung. Bis zu 500 neue Alben soll Peel wöchentlich auf seinen Schreibtisch bekommen haben.


"I just want to hear something, I haven’t heard before"

Willfährige Musikauswahl und Geschmacksdiktatur waren ihm fremd. Er folgte nie dem Massengeschmack oder der Hartnäckigkeiten der Musikindustrie. Eines seiner Konzepte lautete: "I just want to hear something, I haven’t heard before". Er entdeckte neue Talente und Musikrichtungen und löste damit neue Trends, vor allem im Independentbereich, aus. Einige Beispiele: die englische Band The Fall oder aktueller, White Stripes. Und dann war er plötzlich nicht mehr da.

John Peel starb 2004 überraschend während seines Urlaubs in Peru, an Herzinfarkt, mit 65. Seit seinem Tod feiert die BBC ihren Moderator. Den Tag seiner letzten Sendung am 14. Oktober hat sie zum Peel-Day erhoben. "John Peel was a hell of a man" - sang Shellac-Frontmann Steve Albini nach dem Tod von Peel anlässlich der live-Session zu dessen Ehren, gefolgt von: "It is the End of Radio".