Besucher als Produzenten

Abgerundet wird das Ganze mit der Geschichte der Tonträger-Medien, die Menschen seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verwendeten und verwenden, um Musik zu hören, von den ersten Grammophonen bis zum mp3-File. Gottlob richtet sich der Blick der Kuratoren des Grammy Museum aber nicht ausschließlich nach hinten. Gleich hinter den Vitrinen mit den alten Jackson-Kleidern reihen sich vier Sound-Kabinen aneinander, in denen sich der Besucher als Musikproduzent versuchen darf. Die Instruktionen erfolgen per Video, als Lehrer dient unter andrem Ex-Guns’n’Roses-Gitarrist Slash.

Der Rest der Ausstellungsfläche wird für Wechsel-Ausstellungen verwendet: Die derzeitigen widmen sich dem indischen Sitar-Virtuoso Ravi Shankar, den Supremes, eine der ersten rein weiblichen (und afroamerikanischen) Super-Groups und dem Lebenswerk von Frank Sinatra, der einst einen Grammy für sein Lebenswerk bekam. Passend und in einem Zeitalter, wo viele Leute nur mehr dafür berühmt sind, berühmt zu sein, auch irgendwie beruhigend: Am Ende ist es eben nicht der Grammy, der unsterblich macht. Sondern immer noch das, wofür man ihn bekommt.

In Erinnerung bleiben werden von den Grammys 2016 wohl nur die orangen Haare von Lady Gaga. Mit solchen bestückt, würdigte die Sängerin bei der Gala die verstorbene Pop-Ikone David Bowie. Die Preisträger dieses Jahres sind kaum überraschend, altbekannt und mainstreamtauglich (Das Album des Jahres stammt von Taylor Swift). Kendrick Lamars üppige Auszeichnungen, fünf an der Zahl, könnten Wohlmeinende als politische Aussage deuten, ist doch sein Song "Alright" zur inoffiziellen Hymne der "Black Lives matter"-Bewegung gegen Polizeigewalt gegen Schwarze geworden. Im Folgenden eine Liste der Ausgezeichneten in ausgewählten Kategorien.


Links
Grammys 2016
Grammy Museum
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