Nach seinem dunklen, teils depressiven, teils politisch angriffigen Konzept-Doppelalbum "Monkey Minds In The Devil’s Time" (2013) legt es der schottische Singer/Songwriter Steve Mason nunmehr heller, leichter und spielerischer an. Der einstige (Mit-)Begründer und Sänger der Beta-Band, der auch schon unter den Aliasnamen King Biscuit Time und Black Affair firmierte, hat auf seinem dritten regulären Solo-Album, "Meet The Humans", kein durchgängiges Thema, sondern erkundet in den elf Songs unterschiedliche menschliche Befindlichkeiten, mit Schwerpunkt auf diesmal (sozial-)verträglicheren Varianten.

Wobei der Eröffnungssong, "Waterboard", trotz musikalisch positiver Grundströmung (mit dem mantra-haft wiederholten Refrain "you can make it") zeigt, dass Mason seinen Kopf in Sachen Gesellschaftskritik keineswegs in den Sand steckt bzw. unter Wasser gehalten haben will. . .

Durchgängig ist auf dem mit Elbow-Keyboarder und Produzenten Craig Potter gemeinsam in Brighton erarbeiteten Album hingegen die Finesse und Feinheit der musikalischen Arrangements. Volatil zwischen Folk, Beatles-Pop, Dub und House changierend, kommt dabei auch wenig pop-affinen Ins- trumenten wie der Melodica (in "Alive") oder Hörnern (in "Another Day") leitmotivische Funktion zu.

Leider überdeckt die hohe, leicht verwaschene und zu einer gewissen Eintönigkeit und flächigen Breite neigende Stimme von Mason die stilistische Vielfalt dieser Scheibe. Man muss schon tief in ihre Texturen eindringen, um den Ideenreichtum in aller Üppigkeit zu bemerken und wertzuschätzen. Aber selten war ein Unterfangen lohnender als dieses.