Masami Akita aka Merzbow ist ebenso berühmt wie berüchtigt für seine umfassende Lärmkunst. Zu seinen Weggefährten akustischer Herausforderungen gehören etwa Xiu Xiu, Mats Gustafsson oder Boris. Auf "Kouen Kyoudai" hat sich der japanische Noisespezialist (Computer, Elektronik und Schlagzeug) nun mit der Sängerin und Multiinstrumentalistin Eiko Ishibashi (Klavier, Synthesizer und Schlagzeug) zusammengetan.

Das aus nur zwei Kompositionen von je rund 18 Spielminuten bestehende Album ist eine beinahe meditative Reise mit durchaus fragilen Momenten. Dass die Soundcollagen weniger nach eruptiven Ekstasen klingen als vielmehr wie ein verschachteltes Gemälde, dürfte auch an Jim O’Rourke liegen, der die Stücke aufnahm und abmischte. Das Ergebnis mutet dennoch etwas willkürlich an, da den Musikern ein wenig die Experimentierfreude fehlt. Gleichwohl entwickelt sich "Kouen Kyoudai" zu einem Hörspiel, das als Kommentar zum Leben in modernen Großstädten ebenso wie als Deutung pythagoreischer Sphärenharmonik interpretierbar ist.