Wien. (irr) Das Jazz Fest Wien ist um einen großen Namen reicher: Wie der Veranstalter erst jetzt bekannt gab, wird der Pianist Keith Jarrett die heurige Ausgabe (28. Juni bis 11. Juli) adeln. Jarrett - er bespielt am 9. Juli solo den Goldenen Saal des Wiener Musikvereins - gilt spätestens seit seinem 3,5-Millionen Mal verkauften Live-Album "The Köln Concert" (1975) als Genie der freien Improvisationsmusik. Zu diesem Nimbus gehört auch eine gewisse Attitüde: Im Sinne eines möglichst ungetrübten Inspirationsstroms verlangt der 70-Jährige von seinem Publikum, dem Verhaltenskodex der klassischen Musik strikt Folge zu leisten - sprich mucksmäuschenstill zu sein.

Weitere Highlights des Jazz Fest Wien sind Auftritte von Burt Bacharach, Cyndi Lauper, Beth Hart, Jamie Cullum und Brad Mehldau in der Staatsoper, die gewohntermaßen als Festival-Flaggschiff fungiert. Wie üblich wird auch der Arkadenhof des Rathauses bespielt. Mit George Clinton wird dort eine Legende des Funk vorstellig; überdies bestreiten Snarky Puppy sowie Marc Ribot & The Young Philadelphians ein Doppelkonzert auf dem akustisch schwierigen Gelände. Festival-Stammgast Bobby McFerrin musste seine aktuelle Tournee und damit auch einen Wien-Termin wegen Borreliose absagen.