Geht der Blick nach oben, sieht er tief hängende, aber pittoresk gebauschte Regenwolken. Geht er nach unten, trifft er auf solides, schwerbesohltes Schuhwerk. Zwischen diesen beiden Polen, halbdüster-verhangenem Post-Punk und klassischem Shoegazing, changiert das Debütalbum des Wiener Quintetts Vague.



Nach zwei - diesen seit den 1980er Jahren gut abgehangenen Sound - präludierenden EPs nun also die volle Breitseite. Und obgleich die nicht von ungefähr an Altvordere wie Joy Division, Cure und Echo & The Bunnymen erinnernde Manier des Behäbig-Anämischen zu einer gewissen Eintönigkeit neigt, gelingt den fünf jungen Wienern eine erstaunlich dynamische und abwechslungsreiche Les- und Spielart des Immerwiederkehrenden. Dafür sorgt, dass alle drei Gitarristen auch singen - zwar allesamt maulfaul, aber zumindest unterschiedlich. Die Stimmung und Richtung geben sowieso die choralartig geschichteten Gitarren vor - und mitunter bricht durch die violett schimmernde sonische Wolkendecke auch ein klarer, alles harmonisch bündelnder Lichtstrahl. Sehr einprägsam. Sehr gut.