Die besonderen Attraktionen des Werks liegen genau dort, wo sie der Autor selbst verortet: bei den Insider-Details und Anekdotischem. So schildert er, wie er für das Video zu Fendrichs "Von Zeit zu Zeit" Anleihen beim belgischen Maler René Magritte nehmen wollte und ihm von der Plattenfirma beschieden wurde, "dieses Video sei zu künstlerisch und zu anspruchsvoll. Das Hauptpublikum von Rainhard Fendrich seien Sekretärinnen im mittleren Lebensalter - und die würden keinen Magritte kennen . . ." . Ein Videodreh für die EAV im steirischen Feldbach begann, indem sich seine Produktionsleiterin ein Bein brach, und endete für Dolezal nach dem Genuss eines über 80-prozentigen Schnapses damit, dass er vor einem Gasthaus eine Schnur durch ein Kanalgitter hängen ließ, um damit Karpfen zu fischen. Eine schwierige Frage stellte sich ihm dabei allerdings: "Wie bekomme ich den Karpfen durch das Gitter?"

Missgeschick verhilft zum Hit


Außerdem erfahren wir, dass Dolezal dem suchtkranken Hansi Lang wiederholt mit Geld aushalf, gerne Marianne Mendt geheiratet hätte und sich mit Kapazundern wie Ambros, Stefanie Werger, Joesi Prokopetz, Wilfried oder Ludwig Hirsch in Wiener Nachtlokalen in der Kunst des Stabreimes versuchte. Und en passant wird auch offenbar, dass Opus’"Live Is Life" seinen Welterfolg einem technischen Missgeschick verdankt: Opus wollten ein Live-Album machen und mit dem neuen "Live Is Life" das Standardprogramm mit Hits wie "Eleven" oder "Flying High" ergänzen. Doch als sie das Stück einem zunächst recht reservierten Publikum in Oberwart vorspielten, lief mitten in der Aufzeichnung das Tonband aus. Vor der Zugabe rief Produzent Peter Müller (der schon bei Ambros’ Klassiker "Da Hofa" an den Reglern gesessen war) Opus-Gitarrist und -Songschreiber Ewald Pfleger zu, sie müssten den neuen Song noch einmal spielen, wenn sie ihn unbedingt auf der Platte haben wollten. Diesmal ging das Publikum mit. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.