Der dritte Streich der 2010 gegründeten und mittlerweile zum Quartett umbesetzten Hamburger Band Die Heiterkeit ist keine leichte Kost. Schon der Titel des zwanzig Songs umfassenden Doppelalbums - "Pop & Tod I+II" - deutet an, dass es hier weniger um die im deutschsprachigen Pop derzeit so beliebte "Gute Laune um jeden Preis"-Attitüde geht, sondern um Schmerz, Zweifel, Konflikte und die "schlechten Vibes im Universum", die Sängerin und Songwriterin Stella Sommer mit ihrer tiefen und sanften Stimme an einer Stelle beklagt.

Die Texte stellen unangestrengt viele Fragen, die in rätselhaft-mehrdeutige Antworten münden. Vieles bleibt in Schwebe und wirkt gerade deshalb sehr lange nach. Der Mix aus waidwunder Grandezza, dezenter Theatralik, unaufgeregter Ernsthaftigkeit, viel Melancholie und einem Hauch Pathos ergibt im Zusammenspiel mit funkelnden Melodien nichts weniger als sechsundsechzig Minuten grandiose Musik, in der sich Dringlichkeit und Poesie die Hände reichen.