"Gewaltig viele Noten, lieber Mozart", soll Joseph II. über die "Entführung aus dem Serail" geurteilt haben. Was hätte der Monarch erst zu den sogenannten "Super Guitars" gesagt! Ende der 1970er Jahre gegründet, erreichte das Trio in der Besetzung John McLaughlin, Paco de Lucía und Al Di Meola mit seinem Live-Album "Friday Night In San Francisco" (1981) den kommerziellen Höhepunkt: In Form von Lichtgeschwindigkeits-Solos und ebenso hurtiger Unisono-Läufe wurden Notenmassen ausgeschüttet, die für ein ganzes Musikerleben reichen würden. Wobei diese Rasanz einerseits Staunen machte. Sie konnte aber auch zu einer gewissen Abstumpfung der Hörerschaft führen.

Beide Effekte lassen sich nun auch einer Archiv-Ausgrabung bescheinigen: Auf zwei CDs und einer DVD dokumentiert "Paco and John" einen Montreux-Auftritt des (bereits verstorbenen) Flamenco-Meisters und des Jazzrock-Zampanos von 1987. Gewiss: Wieder türmen sich die Notenberge K2-hoch. Dennoch entsteht Intensität, weil hier zwei Feuerköpfe aufeinander eingehen (besonders etwa am Ende von McLaughlins "David") und trotz aller Tempobolzerei nie ganz ihr Feingefühl verlieren.