Auch auf seinem achten Album, "Mangy Love", verschmilzt Cass McCombs Roots Rock, Americana, Blue-Eyed-Soul, Jazz und Psychedelic Pop zu zeitgemäßem Indiefolk. Der Mann weiß, dass melancholische Songs am besten funktionieren, wenn man sie mit Humor, Ironie und ein paar Extravaganzen würzt. Der Albumtitel verspricht zwar Räudigkeit, doch die Qualitäten des charmanten Singer-Songwriters bestehen darin, Virtuosität und Authentizität mit beiläufiger Eleganz in zeitlose Songs zu integrieren. McCombs kennt die Schattenseiten des menschlichen Daseins und hat ein Herz für die Außenseiter. So überrascht es wenig, dass Wohlklang stets von ätzenden gesellschaftspolitischen Kommentaren konterkariert wird. Wie McCombs in "Bum Bum Bum" eine Studie zu Rassismus und Eliten abliefert, ist großartig. In "Rancid Girl" kritisiert er die auf Oberflächenreize fixierte Gesellschaft. Und das betörende "Opposite House" mit Angel Olsen und die Chris-Isaak-Reverenz "I’m A Shoe" beweisen, wie facettenreich seine Musik ist.