Der Albumtitel "Swimmers In The Arctic Sea" suggeriert einen Kampf gegen Windmühlen. Schließlich singt Laura Rafetseder nicht nur über innere und zwischenmenschliche Konflikte, die entstehen, weil der Mensch ein Mensch ist. Die auch mit dem "Arbeiterlied 1918" früh mit politischen Noten in Erscheinung getretene Wiener Songwriterin beschäftigt sich - in eigenen Worten - gerne auch mit der "Notwendigkeit von Solidarisierung in Zeiten der Endsolidarisierung", wovon gleich eingangs "Beating Hearts", ihr Beitrag zum Protestsongcontest 2016, kündet - oder im Weiteren das die Flüchtlingskrise umkreisende "Hostile Shore".

Musikalisch wird zu zarten Zupfgitarren, Folk-Fideln und der Mundharmonika des jungen Bob Dylan auf die klassische Vorlage aus den 60er Jahren vertraut. Die Hausheiligen heißen Joan Baez und Joni Mitchell, wobei es manchmal auch sanft simonandgarfunkelt. Um Sperrstundenklavier und Kontrabass erweiterte Albumhighlights wie "Blues In Your Lover’s Eyes" jedenfalls klingen einnehmend. Sie spenden Wärme, die man gut brauchen kann: "We were young and wounded."