"Und schon wieder kommt der Sommer", doch Kenji Kitahama will "nicht ans Meer, weil die Stadt so viel mehr zu bieten hat" ("Nicht ans Meer"). Die Stadt könnte Wien oder Berlin heißen. Oder eben auch Augsburg, wo die Band herstammt. Mit Nonchalance preisen Friedrich Sunlight die Flüchtigkeit von Begegnungen oder eben auch von Jahreszeiten: "Morgen bin ich noch da und übermorgen vielleicht." Der Augenblick als sonnendurchflutete Momentaufnahme, bei der alle Molltöne elegant weggetanzt werden, bestimmt das Debüt der Band - mit aseptischer Wirkung gegenüber allzu verdrießlichen Launen.

Das Quintett erobert sich mit seinem Lobgesang auf die Leichtigkeit des Seins eine wohlig-warme Nische im eher verkopften Deutschpop und präsentiert einen Gegenentwurf zu jeder Form von düsterer Lyrik. Mit Mitteln des Schlagers - vorgetragen mit poppiger Eloquenz und einem Hauch kalifornischer Sonnenromantik - wird jede Intoxikation weggespült.

Friedrich Sunlight bieten (mit augenzwinkernder Anspielung auf einen anderen Sohn Augsburgs, den Fußballer Marvin Friedrich) eine Entlastungsstrategie für eine Welt voller apokalyptischer Kakofonien. Wie heißt es doch im Song "Hiddensee"? "Stell dir vor, es ist Sommer, und keiner geht hin."