Klänge das Wort "besinnlich" nicht so sehr nach Weihnachten, man könnte es auf das neue Album des Jazzgitarristen Andy Manndorff münzen. Das soll keine Beleidigung sein. Manndorff, 1957 in Wien geboren, legt mit "Pandora" ein sanftes Solowerk am akustischen Instrument vor, und er verrennt sich dabei nicht in den Kitsch. Die kurzen Stücke speisen sich, das erklärt er selbst, aus einer Lust am Geschichten-Erzählen und Stimmung-Malen.

Sie verdanken sich, darf man ergänzen, aber wohl auch einer Lust an Nuancen und feinen Kon-trasten. Manndorff spannt sie auf zwischen Wohlklang und zarter Dissonanz, zwischen Staccato und vollem Akkord, verhallendem Flageolett und (fallweiser) Rasanz. Es ist vor allem dieses Spiel im Spiel, das, inszeniert in einem raumgreifenden Sound, dem Album Reiz und Aura verleiht.