Von 1999 bis 2001 lief auf VOX eine Quizshow namens "Hast Du Töne?": Eine Band im Studio spielte Popsongs ohne Gesang vor, die Kandidaten schlugen auf ihren Buzzer, sobald sie den Titel erraten zu haben glaubten. Wie bei vielen Formaten, kam das Vorbild aus den Vereinigten Staaten: 1953 lief dort erstmals "Name That Tune".

Gut möglich, dass The Bad Plus die Sendung kennt. Auch das US-Jazztrio rund um Pianist Ethan Iverson greift Popsongs gern ins-trumental auf; dabei verfremdet es sie in einem Maße, dass sich damit eine Hardcore-Fassung des Liederratens spielen ließe. "It’s Hard" heißt das aktuelle Album der drei Herren aus Minneapolis und serviert (nach einer Zusammenarbeit mit dem Saxofonisten Joshua Redman auf Basis von Originalen) ausnahmslos Covers.

Dass sich mit denen kaum ein Ballsaal beschallen ließe, wird rasch klar: "Maps" (von den Yeah Yeah Yeahs) gerät zum tönenden Unruheherd mit einem Sack voll Flöhen am Klavier; Peter Gabriels "Games Without Frontiers" kommen zwar ungleich klarer und kompakter daher, frotzeln das Ohr aber mit kecken Reharmonisierungen. Ist das auch spaßig gemeint?

Im Falle von Johnny Cashs "I Walk The Line" wohl schon. Ein leutseliger Country-Bass trifft hier auf Knapp-Daneben-Akkorde vom Piano. In Summe ein lustvolles, wenn auch nicht ganz neues Spiel mit der Dekonstruktion, das seine Längen hat (etwa eine aus dem Leim gegangene "Mandy"), aber vor allem Höhen wie die knackigen Kraftwerk-"Roboter".