Wer sich auf eine Begegnung mit der Musik von Eivind Aarset einlässt, kann dramatische und erhebende Momente im Stil der legendären Pink-Floyd-Auftritte erleben - oder jazzige Vielfalt, wenn er im Duo mit dem Saxofonisten Andy Sheppard spielt.



Der 55-jährige Norweger, dessen Wurzeln im Hardrock und Metal liegen, ist stets für eine Überraschung gut und wechselt nach beschaulichen Passagen oft in die härtere Gangart. Heute als Jazz-Performer anerkannt, sieht sich Aarset in einer von Jimi Hendrix begründeten Tradition, dessen großartige Riffs ihn faszinierten und inspirierten. Experimentierlust und der Rückzug vom Bühnenlärm führten ihn auf elektronische Pfade, die er mit den Formationen Électronique Noire und Dream Logic facettenreich beschritt.

Gereift ist Aarset dank Koproduktionen mit Kollegen wie Arild Andersen, Arve Henriksen, Ketil Bjørnstad und Bugge Wesseltoft, die ihm Ausflüge in die experimentelle ECM-Welt ermöglichten.

Daneben produzierte Jan Bang, ein Genius an den Reglerknöpfen, die Elektronik-Alben mit Dream Logic. Dank präzisester Saitenbehandlung entwickelte sich der ehemalige Revolutionär, der nordische Labels wie Jazzland oder Rune Grammofon unterstützt hat, zum begehrten Studioexperten. Für Rebekka Bakken und Norma Winstone etwa agierte er als Sideman, seine Spontaneität und Improvisationsgabe entwickelte er mit Paolo Fresu (Trompete) und Dhafer Youssef (Oud) weiter. Mit Jon Hassell stieg er in Brian Enos Fußstapfen und beschritt virtuelle Musikwelten, auf dem Album "Electra" von 2005 wirkte er für die Arild Andersen Group an achtzehn "Szenen" mit sphärischem Gesang von Savina Yannatou und Chrysanthi Douzi mit.

Aarset steht somit für Vielfalt ohne Grenzen. Wer ihn live erleben will, hat demnächst wieder Gelegenheit dazu (siehe Information).