Das New Yorker Ambient-Ensemble Bing & Ruth um den studierten Jazzer David Moore am Klavier ist nach zwei Alben auf dem angesagten Label RVNG Intl. (Holly Herndon, Julia Holter) zur altbewährten Independent-Instanz 4AD gewechselt und präsentiert sich auf seinem kommende Woche erscheinenden dritten Streich in gewohnt engem Soundkonzept. Während dieser für die größtmögliche Unmittelbarkeit an nur zwei Tagen und mit wenigen Takes aufgenommenen Spielstunde hört man im Wesentlichen introspektive, versunkene Meditationen am Hallklavier, die mit zusätzlichem Reverb aus dem Hintergrund und einem Einserschmäh in Form unterschwelliger, für Drone-Effekte sorgender Kontrabass-(De-)Crescendi fusionieren.

Schlagwörter hierzu: Zeitlupe, Ruhepuls, Schwebezustand. Während die filmischen Sechsminüter atmosphärisch zwischen Licht und Schatten wechseln, darf man wahlweise an einschlägiges Arthouse-Kino oder an spektakuläre Naturdokus denken. Bilder von Kamerafahrten über isländische Vulkane, deren Namen man nicht aussprechen kann, sind als Assoziationen auch nicht verkehrt.