Wer die trübe Jahreszeit akustisch verlängern möchte, ist beim neuen Album von Shannon Wright wunderbar aufgehoben. Weniger expressiv als der Vorgänger, "In Film Sound" (2013), präsentiert sich "Division" mit eher verhaltener Tristesse. Die Sängerin aus Atlanta lässt vom ersten Ton an keinen Zweifel daran, dass sie eine Meisterin abgründiger Schwermut ist. Bereits der Titelsong entwickelt einen unwiderstehlichen Sog in die Welten zerrissener Verzweiflung, aus denen jede Hoffnung verbannt scheint.

Wright bespielt die Poetik der Trostlosigkeit virtuos, paart sie doch melodiöse Dichte mit überraschenden Wendungen. Dabei bedient sie sich minimalistischer Mittel: Mal sind es ein paar Töne auf einem Piano, mal das Tupfen eines Synthesizers oder ihre ins Ätherische gehauchte Stimme, die den Kosmos des schönen Leidens einleiten. Gegen Ende ("Iodine") fröstelt es den Hörer in süßer Melancholie, wenn eine Sonne auf die gemarterte Seele funkeln darf. Doch ihr Strahlen ist trügerisch.