Vom heimischen Label Col legno weiß man vor allem: Die Firma verdient Respekt. Immerhin bringt sie regelmäßig die Musik zeitgenössischer Komponisten heraus und produziert damit, von einer kommerziellen Warte betrachtet, Profit-Verhütungsmittel in Serie.

Angesichts dieses Kurses wundert es nicht, wenn einen auf "iris electrum" gleich zu Beginn strenge Streicherdissonanzen anfahren. Doch Überraschung: Das Debütalbum des Wiener Komponisten und Schlagzeugers Johannes Wakolbinger entpuppt sich als Pop unter Beimischung raffinierter Mittel. Ein 13-köpfiges Kollektiv mit der Sirenenstimme von Mira Lu Kovacs entrollt einen Patchwork-Teppich aus tröstlichen Bläsersätzen, schillernden Electro-Flächen, Minimal-Music-Gefrickel, jazzigen Versenkungen und vor allem Passagen, in denen sich Musik zur Magierin des Moments aufschwingt.