Der Bär ist unser Freund: Matthäus Bär, Entertainer für Groß und Klein. - © Niko Ostermann
Der Bär ist unser Freund: Matthäus Bär, Entertainer für Groß und Klein. - © Niko Ostermann

Weil man sich ja bereits daran gewöhnt hat, dass ausverkaufte Rockkonzerte weitgehend im Fußballstadion von grau melierten bis kahlen Männern für ein mittlerweile auch nicht mehr ganz so junges Publikum gegeben werden, das nostalgisch verzückt am Bierbecher nuckelt, an dieser Stelle eine Frage: Denkt denn keiner mehr an die Kinder?!

Immerhin wäre nicht zuletzt im globalen Bobostan mit den Prenzlauer Zwergen oder auch in Klein Josefstadt eine neue Zielgruppe zu erschließen, die gleichfalls etwas Taschengeld zum Verjubeln hätte. Als große Ausnahme im Geschäft übernimmt aktuell nur Matthäus Bär den Job. Der Mann hat ja bereits vom Künstlernamen her einen Startvorteil bei der Kundschaft: Der Bär ist lustig! Überhaupt sind Tiere lustig. Wir finden, es sollte viel mehr lustige Lieder über lustige Tiere geben!

Nach zwei Alben im Zeichen des heiteren Abzählreims, auf denen nicht zuletzt der Protestsong "Revolution" und dessen Forderung nach unbegrenzter Fernsehzeit und nie mehr wieder Vollkorntoast für Begeisterung beim Nachwuchs gesorgt hat, heißt die neue EP nun zwar "Nichts für Kinder" (Phonotron/Hoanzl). Zwischen den Westcoast-Sounds der als Backing-Band engagierten steirischen Indie-Helden von Polkov und maximal semi-didaktischen Liedern über den Umgang mit "Kohle" ("Wir brauchen keine Mäuse und auch keine Kröten / Denn alle Knete geht uns ständig flöten") werden Groß und Klein dabei allerdings gleichermaßen erfreut. Mit satten nächtlichen Staubwüsten- und Twanggitarren und weitestmöglich von jedem La-Le-Lu-Verdacht entfernt ist Matthäus Bär mit "Staub" nichts weniger als ein Song des Jahres gelungen.

Für die am kommenden Dienstag (4. April) auf 16.30 Uhr angesetzte CD-Präsentation im Wiener WUK gilt daher: Der Bär steppt - und alles wiehert!