Die Stars kennen ihn längst: Miles Mosley hat in seinen 37 Lebensjahren für Popgrößen wie Joni Mitchell, Gnarls Barkley und Chris Cornell den Bass gezupft; als Krönung seiner Studiotätigkeit darf die Mitwirkung an Kendrick Lamars "To Pimp a Butterfly" gelten. Mosley, wegen seines Ungestüms gern der Jimi Hendrix des Kontrabass genannt, ist aber nicht in erster Linie wegen des Geldes im Geschäft: Auf seinem vierten Album unter eigenem Namen singt er Parolen wie "Du tanzt für Gold, ich singe für Seele" und Verkündigungen wie "Ich werde da rausgehen und eine Seele ernten". "Uprising", Aufstand, heißt diese Platte und strotzt nur so vor Heldenmut. Entsprechend drängt die Musik voran und vermittelt mit jeder Menge Soulschweiß vor allem eine Botschaft: Das Ziel, es ist irgendwo da draußen und ganz weit oben. Ob dieses Ziel nun religiöser, künstlerischer oder politischer Natur ist, erfährt man nicht. Klar ist aber, dass es mit Kämpferherz und geballter Faust erobert werden will.

Demgemäß gerät schon der erste Song zur Materialschlacht: Die Entfesselung des "Young Lion" geht mit Blechsalven, Testosteron-Chören, Streichern, Fünfter-Gang-Schlagzeug und E-Gitarre einher. Das Glück ist aber: Mosley verliert sich nicht in Kraftmeierei. Zwar nimmt der Druck auch in der Folge nicht ab, macht sich aber in verschiedenen Stil-Ventilen Luft und führt so zu smarten Mischungen aus Rock, hymnischem Pop und einem alles durchglühenden Soul.