Wenn sich Jazzer aus dem Nahen Osten ihrer Wurzeln besinnen, heißt es aufhorchen: Nicht selten gedeihen bei solchen Gelegenheiten raffinierte Rhythmen, schillernde Harmonien und ziselierte Melodielinien. Auf israelischer Seite haben der Bassist Avishai Cohen und der Pianist Omer Klein (zuletzt mit "Sleepwakers") fantastische Fusionen hervorgebracht; auf libanesischer liefert die Band Masaa Entsprechendes: Das Quartett rund um den gebürtigen Libanesen und Wahl-Deutschen Rabih Lahoud hat soeben sein drittes Album vorgelegt. Wie bei Cohen treibt auch hier oft ein federnder, ungerader Rhythmus die Nummern voran und verwebt sich mit einem ziselierten Beckenspiel.

Lahoud lässt seine hellrauchige Stimme dazu schweben und singt französische oder arabische Texte, im Verbund mit Trompete und Klavier wird der Hörer bald durch eine gefühlspralle Hymne versöhnt, bald mit einer Art Wiegenlied-Ballade besänftigt oder mit einem knackigen Beat und arabischen Zickzack-Gesängen ("Fuädi") förmlich zum Tanzen gezwungen: eine Empfehlung.