Das Streichquartett ist eine ernste Sache: Man hört hier "vier vernünftige Leute sich untereinander unterhalten", hat Johann Wolfgang von Goethe gesagt. Florian Willeitner, Johannes Dickbauer, Matthias Bartolomey und Georg Breinschmid sehen das nicht ganz so eng: In ihrer Kombo, einem Schmelztiegel für Jazz, klassische und folkloristische Töne, kann auch einmal der Schmäh den Ton angeben und ein Geigenglissando so elendslang über einem Groove greinen, bis irgendwer "schiach!" und "aus!" ruft.

Das Schöne an dem Album ist aber zuvorderst, dass es neben solchen kleinen Kasperliaden Qualität beschert. Vor allem die älteren Stücke des Crossover-Bassisten Breinschmid, die der Geiger Willeitner neu arrangiert hat, bestricken: In langsamen Momenten entsteht hier mitunter ein Quartettklang von fragiler Poesie, irgendwo zwischen Spätromantik und Frühmoderne. Zwar erreicht nicht jede Nummer dieses Betörungsniveau, bietet dann aber meist Spielfreude und Schwung.