Lange bevor man sich darüber Gedanken machte, ob die Menschheit mit giftigen Chemtrails, die wie harmlose Flugzeug-Kondensstreifen aussehen, dezimiert werden soll, lange bevor man sich mit Aluhüten vor böser Handystrahlung schützte, lange bevor man ausgeklügelte Videos im Netz darüber sehen konnte, dass die Türme des World Trade Centers am 11. 9. 2001 einer kontrollierten nuklearen Sprengung zum Opfer gefallen sind - lange davor gab es noch charmante Verschwörungstheorien. Zum Beispiel, dass Elvis Presley am 16. August 1977 gar nicht gestorben ist.

Nun sind die Indizien dafür, dass der King nur das "Building" und nicht gleich die irdische Welt verlassen hat, nicht ganz so überzeugend wie zum Beispiel das Video von der kontrollierten nuklearen Sprengung der World Trade Center Türme - aber es gibt diese Indizien. Und ein Vergleich verbietet sich hier ohnehin: War doch damals, vor immerhin auch schon wieder 40 Jahren, die Manipulationstechnik noch nicht so ausgefeilt wie heute. Was wiederum, in bewährter Verschwörungs-Logik nur einen Schluss nahelegt: Es muss stimmen. Elvis lebt.

Klimaanlage für Wachsleiche

Die Hinweise sind vielfältig, vielleicht ein bisschen widersprüchlich, aber wer will schon Erbsen zählen, wenn es um den King geht. Um den King, bitte! So soll ein Mann, der ziemlich genau wie Elvis ausgesehen hat, Graceland mit einem schwarzen Hubschrauber gen Bermudas verlassen haben - kurz, bevor am 16. August das Rettungsauto vor dem Anwesen hielt. Ein anderer Zeuge hat Elvis am Tag nach seinem Tod am Flughafen gesehen - wie er ein One-Way-Ticket nach Buenos Aires kaufte. Dabei habe der Mann noch dazu den Namen "John Burrows" verwendet: ein Pseudonym, auf das Presley immer seine Hotelzimmer buchen ließ.

Ein weiterer gewichtiger Hinweis: Der Sarg, in dem angeblich der Leichnam des Weltstars lag, war viel schwerer, als der zu Lebzeiten zugegeben schon etwas mollige Elvis erwarten ließ. Die Erklärung ist so simpel wie genial: In der Kiste lag kein Toter, sondern eine Wachsfigur, die die Trauergäste (offener Sarg!) überzeugen musste. Schwer machte den Sarg aber die Klimaanlage, die versteckt eingebaut war, damit der Wachs-Elvis nicht von der Memphis-Hitze dahingerafft werde.

Wer nun sagt: "Alles Spekulationen, Dokumente müssen her!", der kann auch die haben. Oder eben - nicht. Die Sterbeurkunde und den Autopsiebericht des Kings hat sein Vater Vernon nie veröffentlichen lassen. Und angeblich wurde auch seine Lebensversicherung nie eingefordert.

Sehr verdächtig, alles. Aber wenn Elvis lebt, wo steckt er? Ja, wenn es sonst nichts ist: Dafür gibt es Videobeweise sonder Zahl. Ganze Webseiten wie Elvissightings.com sind Sichtungen gewidmet. In London wurde er beim Jausenkauf erwischt. Auf die Frage der perplexen Fans, ob er nicht eigentlich tot sein müsse, soll er trocken geantwortet haben: "Glaubt nicht alles, was die Leute erzählen." Ein jüngeres Video unterstützt eine subtil-originelle These: Es zeigt einen weißhaarigen Mann (Presley wäre heute 82) mit stattlichen Koteletten. Der Mann arbeitet in Graceland, dem Anwesen Presleys, und Beobachter identifizieren ihn aufgrund seiner Armlänge und seiner geschmeidigen Bewegungen einwandfrei als den einstigen Bewohner. Elvis hat das "Building" also gar nie verlassen!

Deckname Aaron King

Wer jetzt immer noch Beweise braucht, dem sei die Mystery-Serie "Akte X" ans Herz gelegt, die sich bekanntlich am Fundus von Verschwörungstheorien reichlich bedient hat. Wenn es im Fernsehen kommt, dann muss ja etwas dran sein! Und in einer Folge sagte FBI-Agent Fox Mulder nun einmal: "Nur eine Person hat jemals erfolgreich ihren Tod vorgetäuscht. Und das war Elvis."

Auch Musikjournalist Lester Bangs, dessen Nachruf nun zum 40. "Todestag" zusammen mit Fotografien, die Presleys Werdegang begleiten, veröffentlicht wurde, liefert unfreiwillig Indizien. Erstens würde man einen so harschen Text wohl kaum über jemanden schreiben, der tatsächlich tragisch von uns gegangen ist. Und außerdem schreibt Bangs wörtlich: "Deshalb mache ich mir gar nicht die Mühe, mich von seinem Leichnam zu verabschieden." Wie? Aus dem Zusammenhang gerissen? Ach bitte. Immerhin hat kein Geringerer als der rülpsendste Außerirdische aller Zeiten, ALF, den King in seiner Nachbarschaft aufgestöbert. Dabei war gar nicht viel detektivischer Spürsinn nötig, der Deckname des Nachbarn lautete schlicht Aaron King. Und der Mann schluckte auch noch den Erdnussbutter-Bananen-Sandwich-Köder!

Natürlich könnten all das auch nur Beweise für einen anderen Sachverhalt sein: dass man ein verehrtes Idol einfach nicht so schmählich gehen lassen will. Aber wäre diese Erklärung nicht obszön langweilig? Eben. In jedem Fall gilt das Zitat: "Für einen toten Mann macht Elvis Presley schrecklich viel Lärm."

Elvis Lebt!

Zumindest in Cover-Versionen seiner Lieder. Keins davon hat der "King" übrigens selbst geschrieben. Kein Hindernis dafür, dass sie auch in der verfremdetsten Variante nicht untrennbar mit Elvis Presley verbunden wären. Das meistgecoverte Lied aus seinem Œuvre ist "Can’t help falling in love with you". Über 70 Mal wurde die Ballade schon nachgesungen, in einem beachtlichen Genre-Spektrum. Ö3-Sozialisierte erinnern sich an die Reggae-Version von UB40, Pop-Countertenor Klaus Nomi hat eine Arie mit Hammondorgel daraus gemacht, und Chris Isaak, der von sich selbst sagt: "Elvis ist in meiner DNA", schmiegt sich ganz nah an die eigentlich so einzigartige Presley-Stimme.