Seit 20 Jahren macht Karl Blau aus Anacortes im US-Bundesstaat Washington Musik. Er hat zig Platten beim Kollektiv-Label Knw-Yr-Own/K Records veröffentlicht und seine Songs über eine Art Abodienst namens "Kelp Lunacy Advanced Plagiarism Society" vertrieben. Kurz: Um Geld oder Ruhm ging es ihm nie. Insofern war es fast ein wenig überraschend, dass Bella Union ihn unter Vertrag nahm und 2016 mit "Introducing Karl Blau" einer größeren Hörerschaft präsentierte.

Lustigerweise hatte Blau auf diesem Album nur Klassiker des Nashville-Country der 1970er Jahre gecovert, sodass erst die neuen acht Songs sein eigentliches Bella-Union-Debüt darstellen: "Out Her Space" bietet eine recht eigenwillige Mischung aus Folkpop, Blues, Afrobeats und Jazzbläsern, dazu ein wenig Progrock-Anleihen (mit einem Cover von Aphrodite’s Child) und Dub-Sound.

Das ist schräge, originelle, nie langweilige Sangeskunst, bei der einem alles das Gefühl vermittelt: Hier ist ein Musiker am Werk, der sich und der Welt nichts beweisen muss.