Gelb: Alma. - © cyberalma.com
Gelb: Alma. - © cyberalma.com

Eine neue Zeit für durchsetzungskräftige Frauen hat Oprah Winfrey Anfang der Woche bei den Golden Globes angekündigt. Auch wenn sie das natürlich anders gemeint hat - zumindest für den Popmusik-Bereich kann man ihr dieses Versprechen glauben. Der erste Schritt zu mächtigen Frauen ist ja, dass auch mehr Frauen öffentlich sichtbar sind. Und in den enthusiastischen Vorschauen der mannigfachen Musikredaktionen sind sie das - reichlich und durchaus abwechslungsreich.

Auf der Longlist der renommierten BBC-Prophezeiung "Sound of 2018" überwiegen zum Beispiel die weiblichen Vorfreude-Kandidaten, seien es Solokünstlerinnen oder Bands. Am meisten sticht da eine junge Finnin heraus, nicht nur optisch: Alma heißt die Dame, die mit ihrem (derzeit) neongelb blondierten Haar einen Hauch Postpunk der 90er heraufbeschwört. Ein ganz neues Gesicht ist sie zwar nicht, ihre Stimme hat schon im Sommer 2016 den Dance-Stampfer "Bonfire" des einschlägigen deutschen DJs Felix Jaehn veredelt.

Nordisch lässig

Aus dem Leben einer Kubano-Amerikanerin: Camila Cabello. - © camilacabello.com
Aus dem Leben einer Kubano-Amerikanerin: Camila Cabello. - © camilacabello.com

Im vergangenen Jahr hatte sie zwei veritable Hits zu verantworten, die eingängigen Pophadern "Chasing Highs" und "Phases", die vor allem mit Almas unangestrengter Stimme und manchmal frechen Texten punkten. Die 22-Jährige kann auch jetzt schon doofen Musikjournalisten-Fragen angemessen kontern. Auf die Frage: "Würdest du wirklich aus Liebe deine Haare färben?" antwortete sie nordisch lässig: "Würde Bruno Mars eine Granate fangen? Nein, er würde sterben. Es ist eine Metapher." Derzeit arbeitet Alma, unter anderem mit Eklektizismus-Dance-Pop-Songwriterin Charli XCX, an ihrem Debütalbum, wann es erscheint, ist aber noch unklar.

Nicht mehr lange warten muss man hingegen auf das neue Album einer anderen Sängerin, die man bereits aus den Charts kennt. Camila Cabello hat den ganzen Herbst im Radio und im Streamingdienst des Vertrauens erzählt, dass ihr halbes Herz noch in "Havana" ("ooh-na-na") ist. Am 12. Jänner erscheint nun das dazugehörige Album der kubanisch-amerikanischen Sängerin. Auch sie hat sich die Hilfe von der umtriebigen Charli XCX geholt, auch Pharrell Williams unterstützt die Castingshow-Girlband-Überlebende dabei, ihre musikalische Geschichte einer Migrantin in den Trump-USA zu erzählen. Wahrscheinlich wie gehabt mit flotten Karibik-Hiphop-Rhythmen, die gerade noch dem Klischee entkommen.

Ein schönes Stück abseits vom Mainstream ist eine weitere Popmusik-Hoffnung des Jahres 2018 anzutreffen. IAMDDB heißt jene 21-Jährige aus Manchester, die mit Musik, die sie selbst "Urban Jazz" nennt, Furore macht. Vom Jazz sind die schroffen Hiphop-Songs von IAMDDB (der seltsame Name schlüsselt sich übrigens auf als I am Diana De Brito) allenfalls inspiriert. Unterhaltsam authentisch wirken wiederum ihre "home-made" Musikvideos, in denen sie am freizügigen Hiphop-Bilderfundus (von auslüftenden Pobacken bis lasziver Zunge) munter herumdeutelt. Der Hype um IAMDDB als weiblicher Antagonist zu Genrestars wie Drake ist groß, es ist anzunehmen, dass sie diese "Vibes" für eine Albumveröffentlichung nützen wird. Aber: Noch kein Datum fixiert.