Shame, das Londoner Quintett rund um den charismatischen Sänger Charlie Steen, arbeitet sich auf seinem fulminanten Debütalbum "Songs Of Praise" an Themen wie Brexit, Jugendarbeitslosigkeit, Wohnungsnot und Verteilungsgerechtigkeit ab. So überrascht es wenig, dass die Band ihre Einladung zum Glastonbury Festival im Vorjahr Billy Bragg verdankte. Obwohl man die zornigen Männer mit einem Durchschnittsalter von neunzehn Jahren mit Fug und Recht als Jungspunde bezeichnen darf, wissen sie ganz genau, wie viel DIY-Attitüde angebracht ist, um authentische Spielfreude zu vermitteln.

Mit stimmigem Sturm und Drang verstehen sie es, inneren Aufruhr und trotziges Rabaukentum in zehn Songs zu gießen, die Indierock, Noisepop, Punkrock und Shoegaze stilsicher verknüpfen und zwischen subversivem Krawall, schriller Anklage und düsterer Melancholie oszillieren. Und die Songs sind so gut, dass das Durchklingen von Referenzgrößen wie The Fall, Wire und Television Personalities auch nicht stört.