Die Wege der Musikindustrie sind rätselhaft, mitunter fast so verschlungen wie jene der Textilverarbeitung. Da hat die Kanadierin Laila Biali ihr neues Album in Toronto, San Francisco und New York aufgenommen, bringt es jetzt aber bei dem deutschen Label Act Music heraus. Nun - der Münchner Plattenfirma kann das nur recht sein. Denn die singende Pianistin und Liederschreiberin punktet mit sonnigem Jazzpop, auch wenn sie das Rad dabei nicht gerade neu erfindet. "Got To Love" etwa, begleitet von frischem Händeklatschen, könnte ebenso gut von einer fröhlichen Melody Gardot stammen, wobei das Klavierriff wie kopiert wirkt aus dem Genesis-Hit "That’s All". "We Go" wiederum erinnert an den Bluespop des Sting-Albums "Ten Summoners Tales", der ätherische und chorfüllige "Satellite" an den Kreativkosmos der Singer-Songwriterin Vienna Teng, um die es zuletzt recht still geworden ist.

Zwar folgt auf diese Ohrwürmer einiges an Tralala und auch ein Patzen Betroffenheitskitsch ("Refugee"). In Summe aber ein eklektisches Mainstream-Album der erfreulichen Sorte, das auch gegen Ende noch für Highlights ("Code Breaking", "Wind") gut ist.