Jazz mit indischer Note hat wieder Saison: Wer es wild und wuchtig mag, kommt bei der "Indo-Pak Coalition" des Saxofonisten Rudresh Mahanthappa auf seine Kosten; Freunde der leiseren Töne sind wiederum bei dem Duo Shatabdi gut aufgehoben.

Überhaupt reizvoll, diese Kleinformation: Statt tief hineinzufassen in den Topf exotischer Klangfarben, beginnen der Kölner Saxofonist Johannes Lemke und der deutsch-indische Pianist Jarry Singla mit einer dunklen Nocturne: Der Melodiebogen magnetisiert das Ohr und schwingt weit aus, öffnet sich selbst und dem Hörer einen weiten Raum der Ruhe. Zwar ist das Album in weiterer Folge auch für saftige Saxofontöne gut, für Schachtelrhythmen und schillernde Arabesken vom Subkontinent. Roter Faden bleibt aber ein kammermusikalischer Tonfall, dem es um eine Intensität der Innerlichkeit geht statt da-rum, zwei Klangwelten plakativ aufeinanderprallen zu lassen.