Gute Nachrichten für die Fans von Melody Gardot: Die Sängerin wird heuer wieder das Jazz Fest Wien beehren, nämlich am 4. Juli in der Staatsoper. Dabei ist davon auszugehen, dass die Künstlerin Kleidung tragen wird - auch wenn Naivlinge jetzt vielleicht das Gegenteil vermuten. Die Amerikanerin zeigt sich auf ihrem neuen Live-Doppelalbum nämlich textilfrei im Rampenlicht. Das soll aber wohl (eher) eine Metapher sein.

Botschaft: Gardot stellt sich ihrem Publikum, praktisch!, nackt. Das Album bestätigt und widerlegt dies gleichermaßen: Von akustischen Instrumenten umspielt, transportiert die rauchige Wunderstimme Melodramatisches von hohen Gnaden. Weil Gardot die Pro-tagonistin eines Retro-Soul ist, schwingt in ihrer Kunst aber stets ein "Als ob", eine Pose mit. Gleichwohl: Unterhaltsam ist diese Musik immer, live wie auf Tonträger.