Zehn Jahre ist Esbjörn Svensson tot, sein Einfluss bis heute aber ungebrochen. Er hallt etwa beim Reis Demuth Wiltgen Trio nach: Die drei Herren schwelgen in satten Harmonieverläufen und pochenden Rhythmen. Die Luxemburger tun das aber nicht ganz so rückhaltlos wie das schwedische Vorbild, und dadurch entsteht streckenweise der Eindruck einer Ekstase mit Abstrichen: ein Energiepegel, dem zur Überwältigung des Hörers noch ein, zwei Kilowatt fehlen. Andererseits: Dieser gemilderte Svensson-Jazz kann auch zu einem eleganten Kammerjazz führen, und er zeichnet das Album über weite Strecken aus.

Besonders gewinnend, wenn die Melodien dabei mit jener fröhlichen Frische daherkommen, wie man sie vom japanischen Tastenvirtuosen Makoto Ozone kennt. Das Ergebnis: Kleinode wie "22 May 15" und "A Day In The Village".