Punk und Jazz - das passt so schlecht zusammen wie Wurst mit Schokosoße. Und eigentlich noch schlechter. Denn während Fleisch und Zucker bloß grundverschieden schmecken, stoßen Punk und Jazz einander regelrecht ab: der eine will so roh wie möglich klingen, der andere offen für alles sein.

Dave Morecroft gelingt dennoch das Kunststück, die beiden anzunähern. 2009 hat der englische Keyboarder sein Worldservice Project gegründet, und die Band mit den zwei Teufelshörnern (Saxofon und Posaune) legt mittlerweile ihr viertes Album im Fach "Punk-Jazz" vor. Die Quadratur des Kreises glückt zwar auch Morecroft nicht, dafür aber Abenteuerliches. Der Punk macht sich hier vor allem im Sound bemerkbar (Lärmentwicklung!), der Jazz im Stilbild, spielt dabei aber nicht immer die erste Geige: In einer Gemengelage aus Metal-Riffs, Frank-Zappa-Extravaganzen und einem subtilen bis saftigen Jazzrock darf man vor allem das Unerwartbare erwarten.

Anspieltipp: Der quirlige Beginn "Plagued With Righteousness" und das bläserkrächzige "To Lose The Loved" mit der hymnischen Melodie. Fantastisch fordernde Musik.