Auf Nachfrage beschwichtigen die Betreiber des Wiener Clubs Der Reigen, ebenso wie die Veranstalter Bonfiresquad; dieselben Veranstalter im Übrigen, die Bounty Killer schon 2008 auftreten lassen wollten und 2012 Sizzla einflogen. Sie beteuern, diesmal auch Rodney Price einen Vertrag unterzeichnet haben zu lassen. Darin verpflichtet er sich dazu, in Wien keine homophoben Lieder zu spielen. "Wir können nicht kontrollieren, welche Songs ein Künstler komponiert, sehr wohl aber, dass sie auf unseren Konzerten nicht gesungen werden", so die Veranstaltungsgruppe. Price sei mittlerweile vernünftiger geworden und die Veranstalter hätten "keine Bedenken", das Konzert stattfinden zu lassen. Von dem Musiker selbst ist zu dem Thema allerdings kein aktuelles Statement erhältlich.

Grüne für Einreiseverbot


Auch deswegen haben sich erst kürzlich die Verantwortlichen des Festsaal Kreuzberg in Berlin dazu entschlossen, das Konzert mit Bounty Killer abzusagen, weil er "den Reggae Compassionate Act nicht unterschrieben hat, sich nicht öffentlich von den Aussagen seiner alten Songs distanziert und mit diesen immer noch Geld verdient", so ein Statement aus Berlin. Die deutschen Grünen forderten gar ein Einreiseverbot.

Die Unterzeichnung eines nicht-öffentlichen Vertrages mit den lokalen Veranstaltern scheint für Rodney Price das kleinste Zugeständnis zu sein, um in Europa ohne Distanzierung von seinen Mordaufrufen in der Vergangenheit touren zu können.

Die Sprecherin der Grünen Andersrum, Ewa Dziedzic, hingegen hofft bei Rodney Price dennoch auf eine positive Entwicklung. Sie will ihn, zusammen mit Vertretern anderer LGBT-Organisationen, zu einem runden Tisch einladen: "Ein Treffen kann ein Umdenken einleiten und Vorurteile abbauen." Dziedzic ist keine Freundin von Konzert-Verboten. "Bounty Killer ist eine Identifikationsfigur, eine klare Haltung wäre wirksam." Die Homosexuelle Initiative (Hosi) Wien ist weniger optimistisch. Sie hat eine Protestkundgebung vor dem Veranstaltungsort angemeldet.