Immer irgendwie ineinander verschlungen: Die Herren Slupetzky, Kunz und Zrost (v. l. n. r.) alias Trio Lepschi. - © Julia Maetzl
Immer irgendwie ineinander verschlungen: Die Herren Slupetzky, Kunz und Zrost (v. l. n. r.) alias Trio Lepschi. - © Julia Maetzl

Von diesem Trio lässt man sich gerne pflanzen. Seit vielen Jahren halten uns die Herren, die so gerne auf Lepschi gehen, am Schmäh. Sie feixen, reimen, schütteln und tirilieren, dass es eine Freude ist - nicht nur für Freunde des Wiener Lieds, das sie musikalisch so elastisch gemacht haben, dass nun nahezu alles hineinpasst, auch international Tönendes (vor allem Französisches). Wobei, und das zeigt "Oleanda!", das neue Album des Trio Lepschi, an vielen Stellen die musikalischen Räume noch verbreitert und verfeinert wurden.

Das liegt wohl auch an dem Personalwechsel, der vor eineinhalb Jahren vollzogen wurde, als Thomas Slupetzky sich aus Krankheitsgründen zurückzog und von Michael Kunz ersetzt wurde, der nicht nur ein versierter Gitarrist und Sänger ist, sondern neben dem Spielen von Bass und Akkordeon auch noch komponiert. So stammt fast die Hälfte der (14) Lieder auf der neuen, insgesamt fünften Platte von ihm. Den Rest besorgte in bewährter Weise Martin Zrost, der einzige Vollblut- und Profi-Musiker der drei. Ein Lied ("Natua") steuerte Stefan Slupetzky bei, der wiederum die Texte zu fast allen Nummern geschrieben hat. Und die sind einmal mehr von erlesenem Wortwitz und sprachspielerischer Finesse (was man zum Teil ja auch aus den Büchern des hauptberuflichen Schriftstellers kennt, etwa den "Lemming"-Krimis).

Schütteln & rütteln

Waren es früher oft Schüttelreime, mit denen das Trio brillierte (eine gesamte CD, "Warz und Schweiß", war auf diese eminent kreative und wort(er)findungsreiche Weise durchgeschüttelt worden), so steht diesmal der Identreim im Vordergrund, also die mehrfache, in erster Linie lautmalerische Bedeutung von Worten und Ausdrücken, wie der Titelsong exemplarisch vorführt. Da erfährt man etwa von "olle andern Oleandern" oder warum dem "Seifenkraut vor der Seifen graut"; und es wird u.a. ruchbar gemacht, warum die stinkenden Orchideen "a Oasch Idee" sind. So wie der munter sprießende Refrain überhaupt darauf hinausläuft, sich von Zimmerpflanzen nicht länger pflanzen zu lassen: ". . . Azaleen und Immergrün - schleicht’s euch, geht’s in Gartn spün!"

Nicht nur geschüttelt, sondern regelrecht anagrammatisch durchgerüttelt wird das Wort "Pikatilo" im gleichnamigen, in rasendem Galopp absolvierten Lied. In scheinbar fast allen Möglichkeiten in 1:45 Gesangsminuten durchdekliniert (letztlich ist es dann doch nur die Hälfte aller Kombinationsmöglichkeiten, rechnet Stefan Slupetzky vor), endet diese kuriose Sprachhetzjagd fast fanfarisch auf einem unerwarteten Terminus, mit dem eine nicht sonderlich beliebte Berufsgruppe bezeichnet wird . . . (Mehr sei hierzu nicht verraten.)