Es gibt wohl kaum jemanden, der Verzweiflung in so schöne Melodien verpacken kann wie der Kanadier Jordaan Mason - von Jamie Stewart einmal abgesehen. "It Does Not Get Better", "Why Fit?", "Wrong In My Chest" oder "If I Disappear" sind meditative Litaneien der Einsamkeit und Tristesse. Wie Mason selbst schrieb, ist das neue Album "a song cycle about living with depression amidst an increasingly violent news cycle".

"Earth To Ursa Major" verströmt eine introvertierte Fragilität, die auch Disharmonien abseits wohltemperierter Stimmungen nicht scheut: Kunst, die gänzlich aus der Zeit fällt. "Großer Bär, komm herab, zottige Nacht, Wolkenpelztier mit den alten Augen, Sternenaugen", schrieb Ingeborg Bachmann ("Anrufung des großen Bären") einst. Bei Mason wird die Botschaft an Ursa Major zu einem Hilferuf und einer Sehnsucht nach Zuflucht; mancherorts kleidet sie sich, wie in dem herausragenden "Grief Poem", in Form des Protests. Doch auch die Sterne können nicht retten, was nicht zu retten ist: "Fürchtet euch oder fürchtet euch nicht!" (Bachmann).