Sechs Jahre ist es her, dass er seine Opernkarriere wegen einer Stimmkrise beendet hat. Eine Hintertür hat sich Thomas Quasthoff zur Sängerbühne aber offen gelassen. Der Bassbariton singt weiterhin Jazzstandards, nun legt er seine dritte CD in dem Genre vor: "Nice ’N’ Easy" beschert eine hübsche Auswahl an amerikanischen Klassikern - gehüllt in einen luftigen Bigband-Sound und mit eleganten Solo-Beiträgen versehen. Allein: Quasthoff singt mit wechselnder Güte.

Mitunter senkt er seine Stimme in Tiefenbereiche ab, die ihn die nötige Flexibilität für das Jazzfach kosten; in der Mittellage macht sich mitunter eine gestalterische Blässe breit: Töne zerrinnen statt den Hörer zu packen. Es gelingen aber auch Punktlandungen wie in "Willow Weep For Me". Ein lyrischer Samtklang, gespickt mit kernigen Akzenten, beweist: Quasthoff ist einer der wenigen klassisch geschulten Künstler, die auch im Jazz zu begeistern verstehen.