Der Inhalt der Spukgeschichten ist dabei meist diabolischer-okkulter Natur: "Ich bin ein Scheidungskind, das Verhältnis zu meinem Vater war in meiner Kindheit kompliziert. Seine zweite Frau war eine äußerst religiöse Person, was mein Interesse an der Unterwelt und dunklen Abgründen gesteigert hat. Konkret gab es für mich eine ganz bestimmte Passage, die mich auf die dunkle Seite geführt hat, und zwar der Song ‚Sleepless Nights‘ von King Diamond. In meinen Teenager-Jahren hasste ich die Welt und alle Menschen, und der Teufel wurde zu meinem Verbündeten, den ich auch heute noch als guten Freund bezeichnen würde - auch wenn unsere Beziehung dieser Tage ein wenig abgeklärter ist."

Psychopathen

Deutlich abgeklärter ist auch Forges Beziehung zu seinen ehemaligen Band-Mitgliedern, zu denen er einst langjährige Freundschaften pflegte. Nun kommuniziert man nur noch vor Gericht, sein ehemaliger Freund und Gitarrist Simon Söderberg packt im deutschen Magazin "Rock Hard" harte Bandagen aus: "Viele Menschen würden ihn (Forge) wohl als smart oder als Genie bezeichnen. Meiner Meinung nach ist Tobias vor allem ein verschlagener Mensch, der das Leben wie ein Schachbrett sieht. Einige Menschen denken, er sei ein Psychopath, er bringt zumindest alle Merkmale mit. Im Manipulieren von Menschen ist er am besten."

Es sind Worte, die einerseits auf eine offensichtliche Kränkung zurückzuführen sind. Andererseits zeigen sie auch, dass es bei GHOST mittlerweile um viel geht: Um Macht, Einfluss und nicht zuletzt um Geld, denn der Aufstieg der Band hat natürlich auch Begehrlichkeiten geweckt. Bei allen menschlichen Dramen hat sich Tobias Forge auch den Ruf erworben, ein hart arbeitender und extrem ehrgeiziger Musiker zu sein, der dem Erfolg alles unterordnet. Er selbst streitet das nicht ab und merkt entschuldigend an: "Ich hoffe, der Erfolg kompensiert einige meiner Versäumnisse, auch wenn man im Endeffekt als Künstler ein egoistisches Arschloch ist."