Cloud-Nothings-Cover.
Cloud-Nothings-Cover.

Nachdem Cloud Nothings auf ihrem Album "Life Without Sound" erst im Vorjahr musikalisch auf die Bremse gestiegen waren und auch mit popaffinen Klängen überrascht hatten, lässt es das Quartett aus Cleveland, Ohio auf "Last Building Burning" nun wieder ordentlich krachen.

Mit wilder Attacke zurück zum Krawall scheint das Motto zu sein, und mit einem Mix aus roher Energie, großer Dringlichkeit und enormer Präsenz brettert die Band um Sänger und Mastermind Dylan Baldi durch acht Songs. Mit zwingenden Riffs, markanten Chants und zum Teil tollen Melodien lassen Cloud Nothings auf "Last Building Burning" nie Langeweile aufkommen. Während das Quartett auf seinen erprobten Genremix aus Post-Hardcore, Surf-Punk, Noise-Pop und Indierock setzt, überzeugt die in Philadelphia ansässige Band Nothing mit einem ebenso originellen wie stimmungsvollen Amalgam aus Shoegaze, Grunge und Hardcore.

Auf dem von John Agnello produzierten aktuellen und nunmehr dritten Studioalbum, "Dance On The Blacktop", gelingt der gleichfalls in Viererbesetzung agierenden Band eine Verfeinerung und Intensivierung ihres Rockentwurfs: Verwaschene Soundflächen treffen auf akzentuierte Schlagzeugbeats und mit viel Hall übereinandergeschichtete Gitarrenklänge; Noise-Attacken werden von melodischen und elegischen Klängen konterkariert.

Nothing-Cover.
Nothing-Cover.

Die dunkel grundierten Texte sind Selbsttherapie und verarbeiten die persönlichen Tragödien des Nothing-Frontmannes Dominic Palermo, der nicht nur auf einen zweijährigen Gefängnisaufenthalt wegen schwerer Körperverletzung zurückblicken kann, sondern auch auf eine gewaltsame Attacke auf seine Person, die er nur knapp überlebte. Von den Live-Qualitäten beider Bands kann man sich übrigens demnächst auch in Wien überzeugen: Nothing gastieren am 22. November in der Arena in Erdberg, Cloud Nothings treten am 12. Februar 2019 im Chelsea am Lerchenfelder Gürtel auf.