Das ist der real existierende Punk: Nach Ehrenrunden als Ensemblevertreter alteingesessener Burgschauspieler mit wohlerworbenen Privilegien und als Staats-sekretär für Kunst und Kultur unter Schwarz-Blau I gibt Franz Morak, heute 72, wieder den wilden Mann, als wäre es 1980 und der "schneeweiße New-Wave-Schizo-Punk" angesagt.

Mit Christian Kolonovits als Hauptpartner vermanscht er die gar schröcklichen Zeichen der Zeit und präsentiert sie der Hörerschaft auf "Leben frisst rohes Fleisch" als eine Art Geisterbahntrip, auf dem sich "Dandies der Niedertracht", ein "It-Girl" ("over-sexed and underfucked") und "Ratten" tummeln oder "Kein Mitleid mit den Wölfen" herrscht. Ehrensache, dass am Anfang eine feierlich rezitierte Schöpfungsgeschichte der Finanzmärkte steht. Ausstaffiert mit Balladen, Allerweltsrock und Elektronik-Arrangements, die man seinerzeit für "New Wave" hielt, ist das alles dermaßen abgefahren, dass sich jede Kritik daran verbietet. "Wi Wa Wahnsinn"!