10. The Limiñanas:

Shadow People (FRA)

Das Duo aus Perpignan an der französisch-spanischen Grenze steht für sexy Coolness.Auf "Shadow People" überzeugen The
Limiñanas mit einem Mix aus amerikanischem Psychedelic- und Garagenrock, frankophilem Popcharme (der Yé-Yé-Sound der 60er Jahre) und unüberhörbaren The-Velvet-Underground- und Serge-Gainsbourg-Referenzen.

Pop/Österreich

1. Convertible: Holst Gate

Mit Convertible zurückgekehrt: Hans Patzgumer. - © Kurt Prinz
Mit Convertible zurückgekehrt: Hans Patzgumer. - © Kurt Prinz

Dem Vernehmen nach hätte Hans Platzgumer die Musik beinahe aufgegeben. Irgendwie wurde der Tausendsassa zwischen den Stilen, der sich außerdem ein Standbein als Schriftsteller erarbeitet hat, dann aber doch wieder für ein neues Album inspiriert. Mit dem sechsten Streich seines Projekts Convertible läuft der bald 50-jährige gebürtige Innsbrucker mit New-York-Vergangenheit wieder zur Hochform auf und setzt sich nach den überwiegend akustisch gehaltenen Vorgängerwerken auch wieder unter Strom. Wir hören gerne verschleppte, um soulfulle Bläsersätze erweiterte und auf den Punkt geschriebene Songs, deren Drang ins zart patinierte Classic-Rock-Fach man dem Mann nach Anfängen im Punk und Zwischenstopps mit Laptop so einst nicht zugetraut hätte. Zwischen dem protestsongtauglichen "The March" und dem Ambient-Jazz von "Free" gibt es mit "Sandy Beaches" auch mindestens einen sehr hartnäckigen Ohrwurm.

2. Schmieds Puls:

Manic Acid Love

"Superior (Fuck You)" ist für Mira Lu Kovacs der Song, der am unmissverständlichsten klarmacht, worum es auf dem neuen Album ihrer Band Schmieds Puls geht: "Es ist das wütendste Album, das ich je gemacht habe", erklärte sie im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "The Plan", ein Grenzgang zwischen Selbsterhöhung und Selbstkritik, beginnt mit einem ruppigen Gitarren-Riff, das durchaus auf eine Hardrock-Platte der 70er passen würde. Und auch
"Somebody Is Trying To Kill Me" basiert auf einem robusten Riff, das den mäandernden Bewegungen des Songs eine gewisse Kohäsion verleiht. Ein tolles, offensives Album als ein Stück Frustabbau.

3. Vague: Land

Das Wiener Quintett schärft auf seinem zweiten Album die Konturen. Die sphärischen Melodiebögen evozieren Momente des trägen Dahingleitens, stimmig verwobene Klangteppiche laden zum Träumen ein, während akzentuierte Gitarrenriffs und eine präzise Rhythmusabteilung für Schwung und Leichtigkeit sorgen. Die Band verlässt sich aber nicht auf den bloßen Effekt des komprimierten Gitarrensounds, sondern setzt auf Schattierungen und scheut sich auch nicht davor, den Rhythmus gegen den Strich zu bürsten. So schaffen Vague eine feine Balance zwischen Dynamik, Komplexität, Emotionalität und Eingängigkeit.